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sans parade

Heimat: Finnland

Genre: Folk/Pop/Indie

Website: http://www.sansparade.com

Drei Jahre sind vergangen, seitdem Sans Parade mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum Musikliebhaber und Kritiker gleichermaßen begeisterten.
Es stehen Sätze wie „Let yourself go and you’ll hardly find something as deeply affecting as this somber jewel.“ Henning Grabow, nbhap.com
oder: „Eine Platte für Minimalisten ist das hier nicht. Für die anderen gibt es Lieder wie das Suizid-Drama „A Ballet In The Sea“, das so himmlisch schön ist, dass man ihm Selbstmord- Verherrlichung vorwerfen könnte.“ Visions Nr. 240 im Raum, die eine Ahnung darüber vermitteln, zu welch musikalisch-emotionaler Dichte die Finnen imstande sind.

Die Idee zu Artefacts kam Markus Perttula, Jani Lehto und Pekka Tupparainen bereits während der Aufnahmen zum Videoclip In A Coastal Town (Sans Parade). „We were shooting at a location near a small rapid and, as we were setting up the camera on the bridge crossing it, we found some fragments of a torn letter. The shredded letter was probably thrown into the rapid, signifying the sad ending of a relationship, but the wind had blown some of those pieces onto the bridge. The text appeared to be written by a young girl who had been disappointed in love. As she was writing down her deepest feelings, she had decided that the target of her waning love was not worthy of her true emotions, so the letter had been cathartically destroyed – like in a ritual.“

Diese Wort-Fetzen weckten Assoziationen an das Libretto der Glass Oper Einstein On The Beach – zusammenhanglos wirkende Textfragmente, der Idee des „non plot“ folgend. Die Brieffragmente initiierten somit den kompletten Artefacts-Prozess – und eben diese Wortfetzen finden sich im letzten Song des Albums – Letter Fragments Found On The Halinen Bridge – wieder. Weitere Textfragmente auf Artefacts bilden sich beispielsweise aus mitgehörten Gesprächen des Nachbartischs im Restaurant, falsch geschriebener Programmiersprache, religiösen TV-Spots und alten chinesischen Sprichwörtern.

All diese Fragmente spielen irgendeine Rolle im Leben der Bandmitglieder, haben sie auf eine persönliche Art und Weise berührt, ihnen Inspiration geliefert und bilden schlussendlich den musikalischen Kontext dieses Albums.

Einige Kompositionen auf Artefacts basieren auf visuellen oder kulturellen Fragmenten. Der Track Hyperborea beispielsweise entstand in Gedanken an die „pagan ritual scene“ aus Andrei Tarkovsky’s Film Andrei Rublev, The Premises Of A Life That Could Have Been Yours hingegen wurde aus den Erinnerungen an den semi-religiösen und moralisierenden Morgenappell an der Gesamtschule geboren.

Der Songwriting-Prozess bestand zunächst mehr oder weniger aus Ideen, die zwischen den Bandmitgliedern – Pekka in Stockholm und Markus und Jani in Turku – hin und her geschickt wurden. Kurze Zeit später zog Markus nach Helsinki und Jani kaufte sich einen Hof auf dem Land – was die Band dazu zwang, sich noch weiter vom traditionellen Songwriting im Proberaum zu entfernen. Hier liegt aber sicherlich auch eine Stärke des Trios – sie verbringen viel Zeit damit, Ideen zu analysieren und kritisch zuzuhören. Der kreative Prozess ist somit gewiss langsamer und oft schmerzvoll – das Resultat jedoch auch in jeder Hinsicht kompromisslos.

Artefacts ist facettenreich, mutig und ein herausforderndes Stück (Pop-) Kunst.

Diskographie (in Zusammenarbeit mit Solina Records):

Sans Parade CD/ MP3 (15.02.2013) Kaufen

Artefacts CD/LP/MP3 (27.11.2015)

Pressebilder: Download

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